Backcountry - erklärt im PalmerProject-Ski- und Snowboard-Lexikon

Als Backcountry bezeichnet man das ungesicherte Gebiet abseits der Piste. Das Backcountry ist die Spielwiese der Freerider. Als Freeriden bezeichnet man das Skifahren und Snowboarden durch unberührten Schnee abseits der markierten und kontrollierten Skipisten. Das sichere Beherrschen des Tiefschneefahrens ist die Grundvoraussetzung für das Freeriden. Freeriden ist weder eine Sportart noch ein besonderer Fahrstil, sondern die Bezeichnung für den Trend, sich abseits der Pisten zu bewegen. Der Trend ist durch die Entwicklung des Snowboards und spezieller Skier für das Freeriden begünstigt worden. Beide Sportgeräte eignen sich für präparierten und unpräparieten Schnee gleichermaßen gut. Der Begriff „Freeriden“ ist vom Snowboardsport geprägt worden. Bis in die 1990er Jahre betrieben Skisportler Freeriden noch unter den Namen „Variantenfahren“. Auch das Begehen einer Skiroute zählt zum Freeriden. Vor allem Snowboarder sprechen vom Gebiet abseits der markierten und kontrollierten Skipisten vom „Backcountry“. Generell wird das Verlassen der Skipiste häufig als „off-piste“-Fahren bezeichnet. Eine besondere Form des Freeridens ist das Extremskifahren in besonders steilem und unwegsamem Gelände. Durch die zunehmende Beliebtheit des Freeridens haben in den vergangenen Jahren einige Wintersportgebiete diese Zielgruppe aktiv beworben und sich als Freeride-Zentren etabliert. In den Alpen zählen dazu Chamonix und La Grave in Frankreich, Alagna Valsesia in Italien, Zermatt, Andermatt und Engelberg in der Schweiz, der Arlberg und Dachstein/Krippenstein in Österreich sowie Mittenwald (Dammkar) in Deutschland. Die bekannteste Abfahrt außerhalb gesicherter Skigebiete, die mit Aufstiegshilfen erreicht werden kann, ist das Vallée Blanche bei Chamonix in Frankreich. Das Snowboardspiel Stoked Rider beschäftigt sich intensiv mit den Risiken und dem Prinzip des Freeridens. Freeriden setzt neben dem Können auch noch ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein voraus. Für die eigene Sicherheit, aber auch die Sicherheit von anderen Personen ist es wichtig, die Verhaltensregeln beim Skifahren abseits der gesicherten Pisten zu kennen und einzuhalten. Insbesondere das Lawinenrisiko ist zu beachten. Freerider sind üblicherweise in kleinen Gruppen unterwegs. Weil die Sportler sich im Hochgebirge bewegen und dort alpinen Gefahren ausgesetzt sind, ist die Anleitung eines Bergführers oder Skilehrers ratsam. Zur Ausrüstung eines Freeriders gehören ein LVS-Gerät („Lawinenpieps“), eine Lawinensonde sowie eine Lawinenschaufel, um im Fall des Verschüttens durch einen Lawinenabgang schnelle Hilfe leisten zu können. Immer beliebter werden sogenannte Airbag-Rucksäcke. Bei einem Lawinenabgang zieht der Freerider an einer Reißleine am Schultergurt und mit Hilfe einer Preßluftpatrone werden Luftkissen am Rucksack aufgeblasen, die ein Verschütten in der Lawine verhindern sollen, indem der Gestürzte oberhalb der Schneemassen bleibt und souzusagen mit der Lawine "schwimmt". Freerider schützen sich üblicherweise durch einen Sporthelm gegen bei einem Sturz auf unter dem Schnee verborgene Felsen mögliche schwere Verletzungen. Besonders Snowboard-Freerider tragen außerdem häufig spezielle Protektoren unter der Kleidung. Quelle: Wikipedia.