08-31-07 - Exotic Skis Review of the P02's (Deutsch)

Deutsche Übersetzung
Original englischer Text unter:
www.exoticskis.com

Palmer P02 163cm 120-68-107
12.5m radius @ 163cm

Ski Kategorie: Allmountain Carver:
Palmer gibt an "Easy to ride, Titanal in Verbindung mit dem DPD Klothoid Shape machen den Ski super stabil, reaktionsschnell und wendig.“

Deine Bewertung (mit Kommentar):
(1="get me off these things"->10="I have to own a pair")
9

Zusammenfassung:
Exzellenter Carving Ski für “non-muscle heads” (Nicht Muskelpakete.) Fein getunte Maschine mit sehr freundlichem Fahrverhalten. Erstaunlich mühelos zu fahren und sehr, sehr interessant. Die Beschreibung in ihrem Katalog trifft zu: P02 ist ein Volltreffer für alle Skifahrer die einen Ski suchen der ultimative Agilität und Fahrspass in jedem Gelände bietet.

Ski Designer:
Hansjürg Kessler (mehrmaliger Snowboard Worldcup Gewinner und Design Guru).

Technische Ski Daten:
NCF Prepeg, Buche/Pappel Holzkern Sandwichkonstruktion mit Titanal. DPD* Klothoid Shape Geometrie** mit ABS Seitenwangen. 7200 Graphite Lauffläche. Tyrolia Carve Platte 13 SLR (13mm hoch)

Pre-Skiing Eindruck:
Gute qualitative Konstruktion und Finish. Einfache, schnörkellose Graphik, glänzende Skioberfläche.
Erster Eindruck war “Wow, check out wie dünn sie sind.” (nicht die Skibreite sondern die Skihöhe!)

Das P02 Seitenprofil ist tatsächlich sehr dünn mit 5mm dicke an der Spitze, 12.5mm unter dem Schuh und 5mm am Skiende.

Meine vertrauten Nordica 16.1 Racecarver sind ein typisches Beispiel für viele Carving Skis mit einer Dicke an der Spitze und am Ende von 8mm und 17.5mm unter dem Schuh.
Die Palmer P02 sind tatsächlich sehr dünne Skis. Meine Reaktion war deshalb… stauche sie nicht gleich und vermeide all zu grosse Buckel. Beim Betrachten des Tailierungsradius bemerkte ich die fast schon extreme Carving Geometrie.

Mein zweiter Endruck war “Wow, schau dir an wie flach die Schaufel ist.“ (siehe dazu die DPD Beschreibung unten)
Hintergrund Wissen: Was ist “DPD” und "Klothoid Geometrie”?

*DPD = "Dynamic Power Distribution"
Gemäss Palmer ist das DPD Shape Design so ausgelegt, dass mittels dynamisch dosiertem Druckaufbau und Druckverteilung im Verlauf des Schwunges von der Skispitze bis zum Skiende ein Eingraben der Spitze oder ein wegrutschen der Kante verhindert werden kann. DPD gewährleistet nicht nur den gewünschten Kantendruck, sondern verhindert auch das so genannte Überpowern von Spitze und Ende. Der so reduzierte Widerstand macht das Carven sanfter und kraftsparender – und verbessert dadurch auch die Performance. DPD ist darauf aufgebaut die zahlreichen Radien die die Klothoide Seitentailierung bestimmen nun auch für die Verläufe von Spitze und Ende zu verwenden, um damit eine Optimierung der Kantedruckverteilung und eine verbesserten Kantedruck zu erzielen. Für den Benutzer soll dadurch ein reduzierter Widerstand der Spitze bei der Schwungeinleitung, sowie eine besser Skikontrolle spürbar werden. Beim Durchdrücken des Skis auf dem Schnee wandert der Kontaktpunkt weiter ins Zentrum des Skis im Vergleich zu eine traditionellen Design. Das Bild des Skis wird durch die flacheren Spitzen und Enden geprägt.

** "Klothoid" Geometrie
Gemäss Palmer kann mit der Klothoid Geometrie eine extreme high-performance Seitentailierung erzielt werden mit einer dem Schwungverlauf folgenden, dynamischen Druckverteilung auf die Kante.

Klothoide Kurven werden typischerweise bei der Definition von Bahnkurvenverläufen, sowie von Achterbahnen benutzt, um die auftretenden G-Kräfte zu berechen und zu kontrollieren, die auf die Passagiere einwirken. Vielleicht funktioniert es auch bei Skiern?

Palmer hat grosse Anstrengungen unternommen sein neues Shape Design mit neuen Spitzen- und Endenverläufen als “Revolutionäre Shape-Technologie” vorzustellen. Der Marketing-Hype vom Verkaufsmaterial ausgelöst funktioniert sehr gut im Vorfeld eines eigentlichen Tests im Schnee… aber ich bin notorischer Skeptiker gegenüber dem Ramba-Zamba der Hersteller in ihren Prospekten und Werbungen… zu viel Design-Revolutionen habe ich schon kommen und gehen gesehen.

Test Konditionen:
Später Frühlings Schnee. Gewalzte, körnige, jedoch verbrauchte Piste geprägt durch einige sehr warme Tage. Nicht mehr gefroren für mind. 48 Std. Am Pistenrand und an schattigen Orten war der Schnee etwas fester mit halb harter Oberfläche. Weiche, einfache Buckel in der Piste, nicht sehr hoch. Insgesamt gute Frühlingsbedingungen.

Test Resultate:
Die erste Sache, die ich bemerkte während ich auf einem Ziehweg zu einigen meiner bevorzugten Pisten fuhr, den Ski von einer Kante zur Andern bewegend war, dass der körnige Schnee nicht von der breitesten Stelle an der Skispitze wegspritzte, sondern 15cm bis 20cm von der Spitze weg… sehr seltsam! Etwas was du erwarten würdest, wenn du die Spitzen in den Buckelpisten gestaucht hast, und trotzdem weiter fährst. Der Palmer DPD offensichtlich spreizt die Spitze des Skis weiter zurück, wenn die Vorspannung zusammengepresst wird, den Kontaktpunkt weg von der Spitze hin zur Mitte des Skis laufen lassend. Sehr interessant! Diese Skis waren 163cm, kürzer als ich normalerweise fahre, aber sie waren sehr stabil bei hohen Tempi, gedämpft und nie nervös, speziell für ihre eher radikalen, kleinen Radien von 12.5m bei 163!
Die zweite Sache, die ich bemerkte war, dass sie es nicht schätzten mit viel Krafteinsatz gefahren zu werden. Der Palmer P02 ist ein fein getuntes Carving Gerät, NICHT ein hart anzupackender dominiert werden wollender Race Carver. Es gibt einen Unterschied zwischen einem Allmountain Carver und einem Race Carver, und der Palmer P02 ist ein nicht auf Race ausgelegter Ski (obwohl du damit wahrscheinlich sehr gut abschneiden würdest in deiner bevorzugten spass Rennserie). Ich hatte das eindeutige Gefühl von meiner gewohnten aggressiveren Fahrweise her mit dem P02 feine Bögen in den Schnee zu carven. Als ich jedoch begann den Krafteinsatz zu reduzieren und den Ski machen liess, reagierten diese Skis mit sehr fein getunten Feedbacks und grösster Begierde parallele Spuren wie auf Schienen in beide Richtungen zu carven… und dies mit sehr kleinem Kraftaufwand. Einfaches Rollen der Fussgelenke oder laterales Bewegen, und Bingo – carving links, carving rechts. Kein Zerren, kein Drücken, ohne Klamauk, bei jedem beliebigen Tempo. Richtungsänderungen jederzeit möglich – am Anfang, in der Mitte oder am Ende der Kurven – kein Problem. Ich realisierte sehr schnell, dass ich mir gewünscht hätte eine knirschend kalte, frisch gewalzte Piste oder eine sehr gut festgedrückte Neuschnee Oberfläche zu haben um diese Skis darauf zu testen. Frühlings Matsch ist nicht ihr Element, aber sie funktionierten so oder so völlig mühelos.

Die dritte Sache, die ich bemerkte ist, dass sie keine explosive Power haben, einfach schnelle, bedingungslose Carving Effizienz. Nicht langweilig, jedoch trügerische zivilisiert – bis du dich umdrehst um zu sehen welche Bögen du anhand der Spuren im Schnee gerade gemacht hast…. Je mehr Fahrten ich machte, desto mehr realisierte ich, dass dies ein chirurgisches Instrument für jede Geschwindigkeit und jedes Gelände ist, ohne tiefen Schnee. Diese Skis ermöglichen einem fortgeschrittenen Skiläufer mit nur sehr wenig Coaching sich sofort auf die Expert Carving Stufe zu verbessern. Und auch sehr gute Skiläufer werden Carving eines neuen Levels erfahren mit sehr wenig Anstrengung. Und dieser Palmer P02 hat beste Chancen einer der besten Carving Skis für Frauen zu werden, aufgrund seiner eindrücklichen Feinfühligkeit, Leichgängigkeit und seinem bemerkenswert leichten Gewicht. Eine Expert Frau die wir trafen liebte diesen Ski über alles!!!! Das dünne Profil erlaubt das extrem leichte Gewicht. In Zeiten wie diesen wo der die Atomic Metron Serie richtungweisend für viele Carving Geräte in kurzen Längen darstellt, ist der Palmer P02 ein erfrischend leichter Ski, mit dem gleichwertige beachtliche Bögen gezogen werden können… jedoch mit weniger Gewicht und viel weniger Kraftaufwand und viel spielerischer und Fehler verzeihend.

Dies führt zu der abschliessenden Feststellung: Der Palmer P02 ist bemerkenswert mühelos. Während des ganzen Tests begann er nie zu graben. Augrund seines leichten Gewichts mit entsprechend tiefem Swing-Weight, seinem revolutionären Shape, seiner Felxabstimmeung, der P02 erlaubt seinem Fahrer beachtliche Bögen mit tiefen Carving spuren zu ziehen, dies duzende Male, den ganzen Tag ohne dabei müde zu werden wie mit andern vergleichbaren Skis. Das ist höchst

Ich stimme Sierra Jim’s Testresultat zu… Der Ski ist nicht ummittelbar ausserordentlich, jedoch umso eindrucksvoller je mehr du mit ihm lebst.

Analogien: (dieser Ski ist wie…)
Fein getuntes Ninja Carving Gerät – sehr fein ausgearbeitet, jedoch nicht zu misshandeln.
Nachdem ich diesen Ski gefahren bin würde ich gerne…
Den Palmer P02 in der Grösse 171 versuchen, um dann zu entscheiden welche Länge zu kaufen, um dann damit auf einer Frisch gewalzte Piste tiefe Rillen zu ziehen.

Eigenbeurteilung des Fahrstils, Fähigkeiten, Erfahrungen, Vorleiben (ehrlich!):
Expert Carver, mit Rennläufer-Vergangenheit, Steuerung des Ski hauptsächlich aus den Fussgelenken mit ordentlichem Gefühl für die Kanten. Liebe es lange weite Bögen zu carven mit viel drukc auf dem Talski… liebe jedoch auch das Gefühl auf beiden Skis zu carven. Kein Skilehrer, betreue jedoch seit zehn Jahren jugend Race Teams in New England, USA.


SierraJim's review over at the excellent BarkingBear forums of Epicski.com:
http://forums.epicski.com/showthread.php?t=50787

Weitere Testberichte diverser Tester

Posted: Donnerstag, 3. Mai 2007 17:36:51
Fuhr den Palmer P02 ein weiteres Mal an einem der letzten Tage der Saison in New England, USA.

Morgen:
Die oberste Teil der Piste war harter als erwartet. Exzellente Testbedingungen für den P02, keine Spuren zusehen nach den Turns… der mittlere und untere Teil der Piste waren weich gewalzt am Morgen und wurden sehr weich im laufe des Tages… weich genug um bei einem grossen Bogen mit radikal aufgekannteten Ski Schuhtief zu versinken! Palmer P02 war bei jedem Tempo sehr schnell von einer Kante zur andern zu wechseln, wie ein kleines schnelles Spielzeug. Begann wirklich zu glänzen auf harter Piste… schnelles und einfaches Carven… fühlte sich sofort sehr schmal unter dem Fuss an in sulzigem Schnee… ohne dass sich jedoch je einmal die Schaufel eingrub… nur unter dem Schuh wenn du nach unten drücktest. Markiere nicht den starken Mann bei diesem Ski, kein überpowern gewünscht… einfach auf die Kante legen und das Körpergewicht einsetzten… kein zusätzliches Drücken notwendig! Really really FUN.

Nachmittag:
Weich, weicher schwerer Sulzschnee, verfahrene Piste mit mittel hohen vom Fahren aufgestossenen Buckeln aus Sulzschnee. Der kleine Palmer 163 war erstaunlicherweise fun zu fahren in diesen Bedingungen. Rauf und runter durch diese Haufen von Sulz… vermeide es einfach dein ganzes Körpergewicht am Eingang des Turns einzusetzen… um ein Einsinken zu vermeiden! Die Skis lieben es den Widerstand des Schnees zu finden, versinken kurz, um dann ohne Kraftaufwand sofort wieder aufzutauchen… Und wiederum war ich davon angetan wie leicht sich der Ski anfühlt und mit welcher Leichtigkeit sie sich carven lassen… Sie veranlassten mich instinktiv mich mehr auf meinen Innenski beim Carven zu konzentrieren und damit mehr Kraft auf diesen Ski zu verlagern. Ich kann es ehrlich kaum erwarten diesen Ski auf hart gewalzter Piste zu versuchen. Ich fuhr den Ski nochmals beim meiner letzten Fahrt des Tages und war einmal mehr beeindruckt von der Leichtigkeit mit der sie jede Art von Bögen meisterten… trotz den verfahrenen sulzigen Pistenverhältnissen.

Zusammenfassung: "Kapitain, du solltest auf die Brücke kommen. Da ist etwas auf dem Radar, das du sehen musst.“
Obwohl nicht revolutionär, denke ich doch, dass es Palmer gelungen ist die Carving Skis zu einer neun Spezies weiterzuentwickeln. Keine Racer, kein Hypercarver, aber ein technische ausgewogenes Instrument für gewalzte Pisten mit exzellenter Performance bei sehr, sehr wenig Krafteinsatz. Ein Spurenleger auf dem du dich den ganzen Tag vergnügen kannst. Ein Ski der Carven fun macht, anstelle von Arbeit! Ich denke, dass dieser Ski einige Wellen machen wird nächste Saison. Halte Ausschau nach ihm… Ich habe das Gefühl, dass es ein Cult-Gerät werden kann! Finden wir heraus wie strapazierfähig es ist über die Dauer einer ganzen Saison.

Posted: Samstag, 5. Mai 2007 17:44:22

Ich hatte die Gelegenheit einige Runs mit dem Palmer P02 auf weicherem Schnee in Killington, USA zu machen. Ich war überrascht wie leicht der Ski war und wie einfach er zu fahren war. Beachtenswert ist das tiefe Spitzenprofil und das eher grosse flache Tail. Ich fand meine Position auf diesem Ski mit etwas mehr geschlossenen Beinen und mit meinem Gewicht ein bisschen zentraler, mehr zurück über den Fersen. Der Ski war so einfach zu drehen, dass ich es nicht es nicht wagte die Spitzen so richtig in den schon weichern Schnee zu pushen. Was dem Ski jedoch sehr entgegen kam und entsprechend viel spass machte. Für mich eine sehr willkommene Abwechslung zu den schweren, gedämpften, power Skis.

Ich würde den Ski nicht als Racer einstufen und ich muss sagen, dass ich ihn nicht als überragenden Carver empfand. Ich denke dieser Ski wird zweifellos der Ski des Jahres sein für alle erfahrenen Allrounder, Skiläufer die auch gern mal neben der Piste und auch Buckelpisten fahren, und all jenen die nicht arbeiten wollen auf dem Ski um einen Bogen zu fahren. Ein weiteres Plus war das extreme leichte Gewicht, ein Plus das speziell bei den Konsumenten sehr gut ankommen wird.

Ich denke dass der Palmer P02 ein sehr vielseitig einsetzbarer Allmountain ist der das Fahrkönnen jeden Skiers verbessert! Ich habe das Gefühl, dass jede durchschnittliche Person, die du am Berg siehst viel Spass haben wird diese Ski auszuprobieren. Die meisten Skiläufer da draussen würden damit etwas besser Skifahren und entsprechend mehr fun haben.
Nochmals herzlichen Dank!